
Plastikplatten haben sich in zahlreichen Bereichen etabliert – von der Bauindustrie über die Werbung bis hin zu Heimwerkerprojekten. Sie bieten eine vielseitige Alternative zu traditionellen Werkstoffen wie Glas, Holz oder Metall, oft mit Vorteilen wie geringem Gewicht, guter Schlagzähigkeit, witterungsbeständiger Lebensdauer und einfacher Verarbeitung. In diesem umfassenden Leitfaden finden Sie alles Wissenswerte zu Plastikplatten – von den wichtigsten Typen über ihre Eigenschaften bis hin zu Praxistipps für Kauf, Bearbeitung und Pflege. Ziel ist es, Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu geben, damit Sie die passenden Plastikplatten für Ihr Vorhaben auswählen und professionell umsetzen können.
Was sind Plastikplatten? Grundlagen
Plastikplatten sind kreisförmig gedacht?Nein. Es handelt sich um farb- und stoffunabhängige Platten aus Kunststoff, die in vielen Formen, Dicken und Oberflächenstrukturen erhältlich sind. Die Bezeichnung Plastikplatten wird oft synonym mit Kunststoffplatten verwendet, wobei Kunststoffplatten der Oberbegriff ist und Plastikplatten die praktische, alltagstaugliche Bezeichnung ist. In der Praxis finden Sie Platten aus Polycarbonat, Acrylglas (PMMA), PVC, PET-G, HDPE, PC- oder Laminatverbunden sowie Mischformen.
Warum Plastikplatten so beliebt sind? Die Gründe liegen auf der Hand: Sie sind leicht, robust und witterungsbeständig, oft transparent oder lichtdurchlässig, und sie lassen sich relativ einfach schneiden, bohren, kleben oder thermoformen. In vielen Anwendungen sind sie eine ästhetisch ansprechende und funktionale Alternative zu Glas oder Holz. Ob in der Ausstellungs- oder Beschilderungsbranche, in der Bau- oder Landwirtschaft, im Innenausbau oder im DIY-Heimwerkerbereich – Plastikplatten bieten breite Einsatzmöglichkeiten.
Varianten von Plastikplatten: Typen und ihre Eigenschaften
Die Wahl der passenden Plastikplatten hängt stark von den Anforderungen Ihres Projekts ab. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der gängigsten Typen, ihre charakteristischen Eigenschaften und typische Einsatzfelder.
Polycarbonat-Platten – robust, flexibel, transparent
Polycarbonat-Platten überzeugen durch hohe Schlagzähigkeit, gute Transparenz und geringe Wärmeausdehnung. Sie eignen sich hervorragend für hinterleuchtete Anwendungen, Sicherheitsabtrennungen, sammelnde Display-Elemente und Glasersatz in vielen Bereichen. Typische Stärken sind:
- Sehr hohe Schlagfestigkeit – bricht fast nie.
- Gute Transparenz, klare Lichtdurchlässigkeit.
- Temperaturbeständig und UV-beständig bei speziellen Schutzschichten.
- Leicht zu bearbeiten, kann geschnitten, gebohrt, gekantet und thermoformiert werden.
Nachteile können höhere Kosten im Vergleich zu einigen anderen Kunststoffplatten sowie Kratzempfindlichkeit bei bestimmten Oberflächenstrukturen sein, weshalb eine geeignete Oberflächenbehandlung wichtig ist.
PMMA-Platten (Acrylglas) – klare Optik, gute Bearbeitbarkeit
PMMA-Platten bieten exzellente Transparenz, hohe optische Klarheit und eine gute Witterungsbeständigkeit. Sie sind bekannt unter dem Handelsnamen Acrylglas. Typische Merkmale:
- Ausgezeichnete Lichtdurchlässigkeit, nahezu glasähnliche Optik.
- Gute Kratzfestigkeit bei Silberoberflächen oder Spezialbeschichtungen.
- Geringere Schlagfestigkeit im Vergleich zu Polycarbonat, aber leichter zu bearbeiten.
- Geeignet für Beschilderungen, Ausstellungsbau, Licht-LED-Elemente und Designobjekte.
PVC-Platten – vielseitig, preiswert, chemikalienbeständig
PVC-Platten sind kostengünstige Allround-Platten mit guter chemischer Beständigkeit und formbarer Struktur. Sie werden häufig in Displays, Werbetafeln, Bauabdeckungen und temporären Anwendungen eingesetzt. Typische Stärken:
- Vielseitig einsetzbar in Innen- und überdachten Außenbereichen.
- Gute Feuerbeständigkeit – je nach Formulierung unterschiedlich.
- Leicht, einfach zu schneiden und zu kleben.
- Weniger transparent als PMMA oder Polycarbonat, oft opak.
PET-G, PET – leichte, lebensmittelechte Optionen
PET-G-Platten sind thermoplastische Kunststoffplatten, die sich durch gute Transparenz und gute chemische Beständigkeit auszeichnen. Sie eignen sich gut für Bedruckungen, Displays, Gastronomiebereich und hygienische Anwendungen. Vorteile:
- Gute Verarbeitbarkeit auch im Großhandel, einfache Reinigung.
- Transparenz und Farbstabilität über längere Zeiträume.
- Relativ bestrubselte Resistenz gegen Kratzer – je nach Oberflächenbeschichtung.
HDPE-Platten – chemische Beständigkeit, Leichtigkeit
HDPE-Platten sind dickwandige, robuste Kunststoffplatten, die sich besonders gut in der Chemie- und Lebensmittelverarbeitung, in der Landwirtschaft sowie im Bauwesen bewähren. Typische Merkmale:
- Ausgezeichnete chemische Beständigkeit, geringe Wasseraufnahme.
- Geringes Gewicht, gute Schlagfestigkeit.
- Häufige Anwendungen in Tanks, Verkleidungen, Abdeckungen und Fahrzeugbau.
Weitere Varianten – Laminatplatten, Gummi- und Verbundplatten
Darüber hinaus gibt es Laminatplatten, Verbundplatten (z. B. Kunststoff-Glasverbunde) und Spezialplatten mit UV-Schutz, flockigen Oberflächen oder doppelwandiger Struktur. Jede Variante bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich, die je nach Einsatzgebiet relevant sind. Bei der Auswahl sollten Sie auf Lichtdurchlässigkeit, Wärmeleitung, Transparenz, Oberflächenrauheit und Umweltbeständigkeit achten.
Wesentliche Eigenschaften und technische Daten
Um die richtige Plastikplatten-Auswahl zu treffen, sind einige Schlüsselkennzahlen und Eigenschaften wichtig. Im Folgenden eine kompakte Übersicht der wichtigsten Kriterien, die bei der Planung eine Rolle spielen.
Mechanische Eigenschaften – Schlagzähigkeit, Festigkeit und Verformung
Die Schlagzähigkeit variiert stark zwischen den Typen. Polycarbonat-Platten bieten eine herausragende Schlagfestigkeit, PMMA-Platten sind zwar optisch hochwertig, aber etwas spröder. HDPE besticht durch gute Biege- und Druckfestigkeit bei geringem Gewicht. Berücksichtigen Sie außerdem die Biegefestigkeit bei bestimmten Dicken, besonders bei großflächigen Anwendungen wie Trennwänden oder Leuchtwänden.
Optische Eigenschaften – Transparenz und Farbvielfalt
Transparente Plastikplatten ermöglichen Lichtdurchlässigkeit, was für Beleuchtung, Displays oder Fassadenelemente wichtig ist. PMMA-Platten weisen eine herausragende optische Klarheit auf, während PVC-Platten oft opak sind. Farbige Platten oder beschichtete Oberflächen ermöglichen Gestaltungsspielräume in Innen- und Außeneinsatz.
Witterungs- und UV-Beständigkeit
Nicht alle Plastikplatten sind gleich gut gegen UV-Strahlung geschützt. Spezielle UV-Schutz-/Lichtschutzschichten verlängern die Lebensdauer von Platten in Außenanwendungen. Polycarbonat-Platten benötigen in der Regel eine UV-Schutz-Schicht, damit sie über Jahre hinweg farbecht und formstabil bleiben. Achten Sie bei Außenanwendungen auf die Verwendung von UV-stabilisierten Materialien oder Beschichtungen.
Temperaturbeständigkeit
Viele Plastikplatten arbeiten im Temperaturbereich von -40 °C bis +80 °C. Für spezielle Anwendungen wie Maschinenbau oder Außenfassaden können Temperaturen über 100 °C in Einzelfällen vorkommen, dann müssen Sie zu entsprechend ausgelegten Platten greifen. Thermoformbare Platten bieten sich an, wenn komplexe Formen gefragt sind, aber achten Sie dabei auf die maximalen Formtemperaturen des Materials.
Brandverhalten
Brandverhalten hängt stark von der Formulierung ab. PVC-Platten können in manchen Varianten entflammbar sein, während Polycarbonat und PMMA je nach Typ unterschiedlich brennbar sind. Für Innenbereiche in Gebäuden gelten oft strengere Normen, weshalb hier sicherheitsrelevante Angaben (z. B. Brandschutzklasse) zu beachten sind.
Anwendungsbereiche von Plastikplatten
Die Einsatzgebiete für Plastikplatten sind breit gefächert. Hier erhalten Sie einen Überblick über typische Anwendungen in verschiedenen Bereichen.
Innenausbau und Architektur
Im Innenraum werden Plastikplatten häufig als Trennwände, Designelemente, Beleuchtungsflächen oder Abdeckungen genutzt. Transparenten Optionen ermöglichen Lichtspiele, während opake Varianten Privatsphäre und Sauberkeit vermitteln. PVC-Platten eignen sich gut für schnelle Umbauten, während PMMA- oder Polycarbonat-Platten für hochwertige Designelemente genutzt werden können.
Werbung, Beschilderung und Displays
Beschilderungen, Werbetafeln, Displays und Leuchtkästen profitieren von der Farbvielfalt, Stabilität und Bearbeitbarkeit der Plastikplatten. PET-G oder PMMA-Platten werden häufig bedruckt, während transluzente Varianten von hinten beleuchtet ansprechende Lichtbilder erzeugen.
Bau- und Konstruktion
Auf Baustellen finden Plastikplatten vielseitige Anwendungen als Schutzplatten, Abdeckungen, temporäre Wände oder Abdeckungen. Die Leichtigkeit erleichtert den Transport und die Montage, während die Witterungsbeständigkeit Außenanwendungen ermöglicht. Für dauerhafte Fassadenverkleidungen sind UV-beständige Platten und hochwertige Oberflächenbeschichtungen sinnvoll.
Garten, Landwirtschaft und Umwelt
Im Gartenbau dienen Plastikplatten als Gewächshausfolien, Abdeckungen oder Feldverkleidungen. HDPE-Platten finden Verwendung in der Tierhaltung, Unterkonstruktionen und Behältern aufgrund ihrer Beständigkeit gegen Chemikalien und Feuchtigkeit.
Displaybau, Messe- und Ladenbau
Im Bereich Displaybau ermöglichen Plastikplatten robuste, leicht zu transportierende Module. Modulare Systeme, hinterleuchtete Effekte oder bedruckte Oberflächen entstehen hier oft aus PC-, PMMA- oder PET-G-Platten. Die Kombination aus Design, Leichtigkeit und Haltbarkeit macht Plastikplatten zur bevorzugten Wahl in diesem Bereich.
Verarbeitung und Bearbeitung von Plastikplatten
Eine fachgerechte Verarbeitung ist entscheidend, um das volle Potenzial der Plastikplatten auszuschöpfen. Die Bearbeitung umfasst Schneiden, Bohren, Kleben, Klebetechniken, Klebstoffe, Thermoformen und Hitzebehandlungen.
Schneiden und Bohren – sauber, präzise, sicher
Schneiden lässt sich mit feinen Sägen, Lack- oder Kappensägen, Handsägen oder Lasertechnik realisieren – abhängig vom Material. PMMA und PVC schneiden sich gut mit feinen Zähnen, Polycarbonat erfordert oft robustere Werkzeuge. Beim Bohren ist auf eine langsame Drehzahl und eine geeignete Metallbohrung zu achten, um Risse zu vermeiden. Vorbohren verhindert das Ausbrechen der Plattenkanten, besonders bei größeren Öffnungen.
Kleben und Klebetechniken
Die Klebung von Plastikplatten erfordert passende Klebstoffe. Für PMMA empfiehlt sich oft Methacrylat-Kleber oder Silikon mit passenden Härtegrad-Optionen. Polycarbonat lässt sich gut mit Montagekleber oder geeigneten 2-K-Klebstoffen verbinden. Oberflächenvorbereitung ist wichtig: Reinigung, Entfetten und ggf. leichte Schleifung verbessern die Adhäsion. Bei Klebefugen sollten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen berücksichtigt werden.
Thermoformen und Formgebung
Thermoformen ermöglicht das Umformen von Platten in spezielle Formen, Behältern oder Cowls. Die maximale Formtemperatur hängt vom Material ab: PMMA, PC und PET-G lassen sich relativ gut thermoformen. Für größere Formkomplexität sind Werkzeuge und Hitzeprofile erforderlich, um Verzug und Innendrücke zu vermeiden.
Etiketten, Bedruckung und Oberflächenbearbeitung
Bedruckung von Plastikplatten ist in vielen Anwendungen hilfreich. UV-beständige Drucke auf PMMA oder PET-G bleiben lange farbecht. Oberflächen können matt, glänzend oder strukturiert sein. Kantenschutz, Falze oder Profilverkleidungen erhöhen Haltbarkeit bei Kantenbelastung.
Pflege, Reinigung und Langlebigkeit
Die Lebensdauer von Plastikplatten hängt stark von der richtigen Pflege ab. Hier sind praxisnahe Tipps zur Reinigung, Vermeidung von Verkratzungen und zur Verlängerung der Haltbarkeit.
Reinigung – schonend und wirkungsvoll
Verwenden Sie milde Reinigungsmittel und lauwarmes Wasser. Vermeiden Sie aggressive Säuren oder Lösungsmittel, die die Oberflächen angreifen können. Weiche Tücher verwenden, um Kratzer zu vermeiden. Für spröde oder empfindliche Oberflächen empfehlen sich spezielle Kunststoffreiniger oder seifenhaltige Wischlösungen. Vermeiden Sie Hochdruckreiniger, der die Kanten belasten könnte.
Schutz vor Kratzern und Verfärbungen
Kratzschutze können helfen, die Oberfläche länger wie neu aussehen zu lassen. Für transparente Platten empfiehlt sich eine zusätzliche Schutzbeschichtung oder eine matte Oberfläche, die weniger Reflexionen erzeugt. UV-Schutz-Beschichtungen vermindern Verfärbungen bei Außenanwendungen und verlängern die Lebensdauer der Platte.
Verfärbungen – Ursachen erkennen
Verfärbungen können durch hohe UV-Belastung, chemische Einflüsse oder Temperaturwechsel entstehen. Achten Sie auf UV-stabile Varianten und vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel. Bei kratzempfindlichen Oberflächen kann regelmäßige Reinigung helfen, Verunreinigungen frühzeitig zu entfernen und so eine Verfärbung zu mindern.
Nachhaltigkeit, Recycling und Umweltaspekte
Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle bei der Auswahl von Plastikplatten. Hersteller setzen vermehrt auf recycelte Materialien oder recyclingfähige Formulierungen. Hier einige Kernthemen, die Sie kennen sollten.
Recycling und Kreislaufwirtschaft
Viele Plastikplatten sind zu einem großen Teil recycelbar. Je nach Materialkreis schließen sich Recyclingwege unterschiedlich gut. Polycarbonat und PMMA können oft recycelt werden, während PVC-Platten spezielle Entsorgungsverfahren benötigen. Die Wiedereinführung von recyceltem Material in die Produktion reduziert den Ressourcenverbrauch und minimiert Abfall.
Lebenszyklus und Umweltbelastung
Bei der Auswahl lohnt es sich, den gesamten Lebenszyklus zu betrachten: Herstellung, Transport, Einsatzdauer und Ende der Nutzung. Hochwertige Oberflächenbeschichtungen erhöhen die Lebensdauer und reduzieren den Wartungsaufwand. Lieferanten, die transparente Umweltdaten liefern, erleichtern eine nachhaltige Entscheidung.
Nachhaltige Alternativen und Upcycling-Ideen
In einigen Projekten lassen sich Plastikplatten durch recycelte Varianten oder durch Upcycling sinnvoll einsetzen. Beispielsweise lassen sich gebrauchte Platten in Kunstprojekten, Möbel- oder Displaysystemen weiterverwenden, sofern Dehnung, Stabilität und Oberflächenzustand stimmen.
Entscheidungskriterien beim Kauf von Plastikplatten
Der Markt bietet eine große Bandbreite an Plastikplatten. Um die beste Wahl für Ihr Projekt zu treffen, helfen Ihnen folgende Kriterien:
Technische Anforderungen
Transparenz, Farbgebung, Lichtdurchlässigkeit, UV-Schutz, Schlagfestigkeit, Temperaturbeständigkeit, Kratzfestigkeit und Verformungsresistenz sind zentrale Parameter. Die konkrete Anwendung – Innen- oder Außenbereich, direkter Kontakt mit Lebensmitteln, Druck- oder Temperaturbelastungen – bestimmt die Priorisierung dieser Parameter.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Während PMMA hochwertig in Optik ist, bietet Polycarbonat das bessere Verhältnis aus Preis und Belastbarkeit. PVC ist oft die kostengünstigste Option, eignet sich aber nicht immer für anspruchsvolle Anwendungen. Kalkulieren Sie Gesamtkosten inklusive Schnitt, Bearbeitung, Klebung, ggf. UV-Schutz und Transport.
Beschaffung und Lieferformen
Platten in Standardgrößen erleichtern die Verarbeitung. Für Spezialabmessungen bieten Hersteller individuelle Zuschnitte, Kantungen oder Formteile an. Prüfen Sie Lieferzeiten, Materialzertifikate, Brandverhalten und Garantien, um Sicherheit in der Umsetzung zu gewinnen.
Plastikplatten im Vergleich zu alternativen Materialien
In bestimmten Projekten können Glas, Holz, Stahl oder Verbundwerkstoffe Vorteile gegenüber PlastikplattenOffer. Hier ein kurzer Vergleich, um die richtige Wahl zu treffen.
Plastikplatten vs Glas
Glas bietet höchste Transparenz und Oberflächengüte, jedoch ist es schwer, spröde und bricht leichter. Plastikplatten wie Polycarbonat oder PMMA bieten ähnliche Transparenz mit besserer Schlagfestigkeit und geringem Gewicht, sind aber anfälliger für Kratzer oder Verfärbungen ohne passende Oberflächenbeschichtungen.
Plastikplatten vs Holz
Holz ist natürlich, leicht zu bearbeiten und bietet Wärme, aber es ist anfällig für Feuchtigkeit, Verrottung und Verschmutzungen. Plastikplatten sind feuchtigkeitsresistent, langlebig und pflegeleicht, allerdings weniger umweltfreundlich, abhängig von der Materialwahl und dem Recycling-Konzept.
Plastikplatten vs Metall
Metall ist robust, langlebig bei hohen Temperaturen, aber schwer und kann korrodieren. Plastikplatten bleiben leichter, korrosionsbeständig (je nach Typ), und sind oft kostengünstiger in Transport und Montage.
Tipps zur Auswahl von Plastikplatten für Heimwerkerprojekte
Wenn Sie als Heimwerker eine Entscheidung treffen, helfen Ihnen die folgenden praxisnahen Hinweise, die richtige Plastikplatten zu wählen und erfolgreich umzusetzen:
- Definieren Sie den primären Verwendungszweck: Sichtschutz, Leuchtwirkung, Trennelement oder Schutzabdeckung. Das beeinflusst Materialwahl und Oberflächenbeschichtung.
- Berücksichtigen Sie Umwelteinflüsse: Außenbereich? UV-Exposure? Feuchtigkeit? Wählen Sie UV-stabile Varianten, die langen Einsatz versprechen.
- Wählen Sie passende Dicken: Dünne Platten sind flexibler, aber weniger belastbar. Für stabile Bauelemente sind dickere Varianten sinnvoll.
- Planen Sie Bearbeitungsschritte: Bedarf für Sägen, Bohrer, Klebstoffe, Kantungen oder Thermoformen frühzeitig klären.
- Berücksichtigen Sie Kosten und Verfügbarkeit: Standardgrößen reduzieren Verschnitt und Kosten, Sonderabmessungen erhöhen den Aufwand.
Häufige Fehler und Lösungen
Bei der Arbeit mit Plastikplatten passieren häufig ähnliche Fehler. Hier eine kompakte Liste mit möglichen Ursachen und Abhilfe:
- Risse beim Bohren – Vorbohren verwenden und langsame Drehzahl beibehalten; weiche Platten benötigen feine Bohrer.
- Klebefehler – Oberfläche gründlich reinigen, Entfetten, passende Klebstoffe verwenden und Lasten bei der Aushärtung beachten.
- Verzug durch Hitze – Formtemperaturen beachten und langsam arbeiten; beim Thermoformen auf gleichmäßige Temperaturverteilung achten.
- Kratzer auf der Oberfläche – Schutzfolie oder eine Schutzschicht verwenden; bei Bedarf spezielle Kratzfestbeschichtungen.
- Verfärbungen – UV-Schutzbeschichtung wählen, Sonnenexposition minimieren, farbige Platten mit geeigneten Schichten verwenden.
Zukunft und Trends im Bereich Plastikplatten
Der Markt für Plastikplatten verändert sich stetig. Zu den aktuellen Trends gehören bessere UV-Schutztechnologien, verbesserte Recyclingtechnologien, leichtere sowie stärkere Verbundplatten und Oberflächen, die Kratzfestigkeit erhöhen, sowie innovative Oberflächenstrukturen für bessere Ästhetik und Funktionalität. Neue Materialformulierungen zielen darauf ab, Umweltauswirkungen zu verringern, ohne Abstriche bei Leistung und Haltbarkeit zu machen. Die Nachfrage nach maßgeschneiderten Lösungen, die eine nahtlose Integration in Architektur, Branding und Produktdesign ermöglichen, steigt stetig.
Praxisbeispiele und Anwendungsszenarien
Um die Potenziale von Plastikplatten greifbar zu machen, hier einige konkrete Anwendungsszenarien:
Straßenseitenbeschilderung und Leuchtkästen
Bei transparenten oder transluzenten Platten ergeben sich beeindruckende Leuchteffekte, besonders wenn eine hinterleuchtete Konzeption geplant wird. PMMA oder PET-G eignen sich besonders gut für Front- bzw. Rückbeleuchtung, während PC-Platten in stärker beanspruchten Bereichen eingesetzt werden können.
Trennwände in Büros und Praxen
Leichte, dennoch robuste Plastikplatten bilden eine flexible Raumtrennung. Je nach Lichtdurchlässigkeit schaffen sie Offenheit oder Privatsphäre, während eine pflegeleichte Oberfläche die Reinigung erleichtert. Hochwertige Oberflächenbeschichtungen erhöhen die Strapazierfähigkeit in stark frequentierten Bereichen.
Schutzabdeckungen im Maschinen- und Anlagenbau
Schutzplatten aus HDPE oder Polycarbonat bieten eine gute Mischung aus Schlagfestigkeit, chemischer Beständigkeit und einfacher Reinigung. Sie schützen wertvolle Maschinenoberflächen, ohne das Gesamtgewicht der Anlage zu erhöhen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier finden Sie kurze Antworten auf häufige Fragen rund um Plastikplatten:
- Was kostet Plastikplatten? – Die Preise variieren stark je nach Material, Dicke, Größe und Oberflächenbehandlung. PVC-Platten sind oft günstiger, Polycarbonat oder PMMA teurer, bieten dafür bessere optische Eigenschaften und Haltbarkeit.
- Welche Platten eignen sich für Außeneinsatz? – UV-stabile Varianten mit geeigneter Oberflächenbeschichtung liefern die beste Langzeitperformance im Außenbereich.
- Wie wähle ich die richtige Dicke? – Berücksichtigen Sie Tragfähigkeit, Verformung, Abmessungen und Belastung durch Umwelteinflüsse. Für schwere Lasten wählen Sie dickere Platten oder zusätzliche Verstärkungen.
Fazit
Plastikplatten sind vielseitig, anpassungsfähig und in vielen Anwendungen eine bevorzugte Wahl gegenüber traditionellen Werkstoffen. Die richtige Materialwahl, kombiniert mit fachgerechter Verarbeitung und sorgfältiger Pflege, ermöglicht langlebige, ästhetische und wirtschaftliche Lösungen in Bau, Werbung, Industrie und Heimwerken. Von robusten Polycarbonat-Platten über klare PMMA-Platten bis hin zu kostengünstigen PVC-Platten – die Bandbreite ist groß. Mit einer klaren Anforderungsanalyse, der Berücksichtigung von Umweltaspekten und einer sorgfältigen Umsetzung lässt sich für nahezu jedes Vorhaben die ideale Plastikplatte identifizieren und erfolgreich einsetzen.